In diesem Rahmen hatten wir auch Herrn Schulz zu Besuch, der für die 9. und 10. Klassen eine Eröffnungspräsentation hielt. Mit interessanten Beispielen, wie Walther Bensemann (1873 – 1943), der als einer der Gründerväter des deutschen Fußballs gelten darf, faszinierte Herr Schulz nicht nur die Schüler, sondern auch die Schülerinnen.
Englische Mitschüler hatten Bensemann auf einem Internat im schweizerischen Montreux mit dem Fußballfieber angesteckt. Zurück in Deutschland hob der Enthusiast zahlreiche Vereine aus der Taufe, darunter die Vorläufer von Eintracht Frankfurt und FC Bayern München. Er war an der Gründung des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) im Jahr 1900 beteiligt. Er, der an die „Völkerversöhnung durch den Sport“ glaubte, organisierte das erste internationale Spiel in Deutschland; damals trat eine süddeutsche Auswahl gegen ein englisches Team an. 1920 gründete Benseman die Fußballzeitschrift „Der Kicker“. 1933 wurde seine erfolgreiche Karriere beendet.
Die Nationalsozialisten veranlassten, dass jüdische Sportler, Trainer und Funktionäre aus den Vereinen ausgegrenzt und ausgeschlossen wurden. Bis zum 10. November 1938 durften Juden nur noch in jüdischen Vereinen spielen. Danach wurden alle Sportaktivitäten für sie verboten. Sie teilten das Schicksal aller europäischer Juden, wurden verfolgt und zum Teil in Konzentrationslagern ermordet.
So spiegelt die Ausstellung das Schicksal der jüdischen Fußballer wieder. Sie zeigt das Bemühen deutscher Juden um Integration, aber auch ihre Ausgrenzung und Ermordung in der NS-Zeit. Deutlich wird die exemplarische Ausgrenzung und Diskriminierung von Menschen und wie diese Mechanismen im Nationalsozialismus funktionierten. Die Ausstellung kann noch bis Ende April besucht werden.
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